Ein Wochenende in Bad Wildbad

Ein Wochenende in Bad Wildbad

Bad Wildbad, ein kleiner Kurort mit jahrhundertealter Tradition, liegt im idyllischen Enztal im Nordschwarzwald. Auch wenn das Städtchen gerade einmal 10.000 Einwohner hat, so hat es doch einiges für ein entspanntes Wochenende zu bieten. Neben abwechslungsreichen Aktivitäten an der frischen Luft, gibt es dort auch zwei Thermalbäder, schöne Architektur sowie regelmäßig kulturelle Veranstaltungen. Perfekt also, um so richtig abzuschalten!

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Anreise nach Bad Wildbad

Bad Wildbad liegt etwa 20 Kilometer südlich von Pforzheim und ist von dort leicht über die B294 zu erreichen. In der Ortsmitte gibt es vier Parkhäuser, in denen es teilweise auch preisgünstige Zeitkarten gibt. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man leicht in die Kurstadt: die S-Bahn S6 verbindet Bad Wildbad mit Karlsruhe und Pforzheim, im Stadtgebiet gibt es mehrere Haltestellen.

Unterkunft

In Bad Wildbad gibt es eine gute Auswahl an Unterkünften verschiedenster Art. Einen ersten Überblick bekommt man auf der Website der Stadt.

Ich habe mich für mein Wochenende in Bad Wildbad für das Mokni’s Palais Hotel & Spa (Kurplatz 4-6, 75323 Bad Wildbad) entschieden. Das Hotel besteht aus zwei getrennten historischen Gebäuden am Kurplatz, dem Rossini und dem Badhotel, welches über einen Bademantelgang direkt mit dem Palais Thermal verbunden ist. Die Zimmer im Badhotel sind frisch renoviert und sehr schön eingerichtet.

Ein ganz großer Pluspunkt eines Aufenthalts im Mokni’s Palais Hotel & Spa: während des gesamten Aufenthalts ist der Eintritt in beide Thermen bereits inklusive! Für meinen Aufenthalt hatte ich die Pauschale „Schwarzwald genießen“ gebucht, bei der außerdem noch zwei Berg- und Talfahrten mit der Sommerbergbahn sowie die Eintritte zum Baumwipfelpfad und zur WILDLINE inkludiert waren.

Das Hotel hat kein eigenes Restaurant mehr, durch die Lage mitten im Ortszentrum ist das aber kein Problem. Morgens gibt es ein reichhaltiges Sekt-Frühstücksbuffet, das im Rossini serviert wird.

Innenstadt Bad Wildbad

Das überschaubare Ortszentrum von Bad Wildbad zieht sich vom Bahnhof die Große Enz entlang nach Süden bis zum Kurpark. Neben einer kleinen Fußgängerzone mit Geschäften gibt es hier auch einige Restaurants, teilweise direkt an der Enz. Besonders in der Nähe des Kurplatzes sind einige sehr schöne Jugendstilgebäude erhalten. Rechts und links der Großen Enz geht es teils recht steil nach oben.

Thermalbäder

In Bad Wildbad gibt es gleich zwei völlig unterschiedliche Thermalbäder: die Vital Therme am Kurpark und das Palais Thermal am Kurplatz auf der anderen Seite der Großen Enz. In der Vital Therme (Bätznerstraße 85, 75323 Bad Wildbad), in der auch Kinder willkommen sind, liegt der Schwerpunkt auf Bewegung und Fitness.

Bei meinem Aufenthalt in Bad Wildbad habe ich jedoch nur das Palais Thermal (Kernerstraße 5, 75323 Bad Wildbad) besucht, ein wunderschöner Badepalast im maurischen Stil. Die Therme erstreckt sich über mehrere Etagen, das absolute Highlight war für mich aber der historische Badebereich im Erdgeschoss. Hier kann man in mehreren unterschiedlich großen Becken mit orientalischem Flair wunderbar entspannen. Auf den anderen Etagen gibt es verschiedene Saunen und Dampfbäder, weitere Becken, einen tollen Außenbereich sowie einen Wellnessbereich.

Eintrittskarten gibt es mit oder ohne Saunabenutzung, Kinder unter 12 Jahren haben zum Palais Thermal keinen Zutritt. Der Badebereich kann auch textilfrei genutzt werden. Da aus verständlichem Grund im Thermalbad keine Fotos gemacht werden dürfen, gibt es hier nur ein paar Eindrücke von außen.

König-Karls-Bad

Eines der imposantesten Gebäude in Bad Wildbad ist das König-Karls-Bad (König-Karl-Straße 1, 75323 Bad Wildbad), das in der Ortsmitte gegenüber vom Palais Thermal direkt an der Großen Enz liegt. Das Bad wurde zwischen 1890 und 1892 im neobarocken Stil erbaut, da die bisher vorhandenen Bäder für die steigende Zahl an Kurgästen nicht mehr ausreichten. Heute sind dort Konferenzräume untergebracht, außerdem ein kleines Kino, ein Lesesaal und ein Veranstaltungssaal.

Das auch innen sehr sehenswerte Gebäude ist frei zugänglich und außer bei Veranstaltungen täglich geöffnet. Besonders beeindruckend sind das Treppenhaus mit seinen Gemälden und farbigen Glasfenstern sowie der Kuppelsaal im ersten Stock, in dem auch standesamtlich geheiratet werden kann. An einem Trinkbrunnen im Erdgeschoss kann man außerdem Thermalwasser probieren.

Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich noch einige gut erhaltene historische Baderäume, die heute Teil des sehenswerten kleinen Bademuseums sind. Auf Schautafeln erfährt man viel über die jahrhundertealte Badegeschichte, die Entwicklung Bad Wildbads und die berühmten Badegäste des Ortes.

Kurpark

Der idyllische Kurpark schließt sich südlich an die Ortsmitte an und erstreckt sich über ungefähr 1,5 Kilometer entlang der Großen Enz. In dem naturbelassenen Park gibt es einige schöne Plätze zu entdecken, wie die 1865 im Stil einer mittelalterlichen Dorfkirche erbaute Englische Kirche, die für die zahlreichen englischen Kurgäste entstanden ist.

Am Eingang zum Kurpark steht das im 19. Jahrhundert erbaute Kurtheater (Kernerstraße 44, 75323 Bad Wildbad). Nach einer umfassenden Sanierung wird es noch heute genutzt, dort findet jeden Sommer das Opernfestival „Rossini in Wildbad“ statt.

Auch für Familien gibt es hier einiges zu entdecken: in der Mitte des Kurparks liegt der Schwanensee, der zum Beobachten und Füttern der Enten und Schwäne einlädt, Futter bekommt man aus dem Futterautomaten neben dem See. Direkt hinter dem See gibt es außerdem einen Wasserspielplatz mit Barfußpfad.

Auf dem Sommerberg

Auf dem Bad Wildbader Hausberg mit einer tollen Aussicht über den Ort, das Enztal und den Nordschwarzwald gibt es jede Menge zu entdecken. Schon die Anfahrt mit der Sommerbergbahn (Uhlandplatz 7, 75323 Bad Wildbad) ist ein Erlebnis: eine der modernsten Standseilbahnen Deutschlands führt von der Ortsmitte auf das Hochplateau und überwindet dabei Steigungen von bis zu 53 Prozent. Außerdem ist die Standseilbahn seit 2011 fahrerlos unterwegs. Aber auch mit dem Auto (begrenzte Parkmöglichkeiten) sowie zu Fuß über Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ist der Sommerberg zu erreichen.

Baumwipfelpfad

Eine der Hauptattraktionen auf dem Sommerberg ist sicherlich der Baumwipfelpfad. Der 1,2 Kilometer lange Pfad schlängelt sich in einer Höhe von bis zu 20 Metern über dem Boden durch den Wald. Zwischendurch gibt es immer wieder Lern- und Erlebnisstationen, an denen man viel über Pflanzen und Tiere im Schwarzwald lernen oder an Balancierbalken und Wackelelementen seinen Mut beweisen kann.

Am Ende des Pfades wartet ein 40 Meter hoher Turm, dessen Aussichtsplattform barrierearm über eine trichterförmige Rampe erreicht wird. Von oben hat man eine fantastische Aussicht über die dichten Wälder des Nordschwarzwaldes und zum Teil bis ins Rheintal oder zur Schwäbischen Alb. Wer mehr Action will, kann für den Weg nach unten eine 55 Meter lange Tunnelrutsche nutzen!

Hängebrücke Wildline

Ein weiteres Highlight auf dem Sommerberg ist die Hängebrücke WILDLINE. Die 380 Meter lange und 60 Meter hohe Hängebrücke ist wirklich einzigartig: sie ist nach oben gebogen, vom einen Ende kann man das andere also nicht sehen! Von der Brücke hat man einen tollen Ausblick über die Bäume ins Tal nach Bad Wildbad. Die WILDLINE ist direkt an verschiedene Wanderwege wie den Märchenweg angebunden. Da man mit der Eintrittskarte das Drehtor auf beiden Seiten der Brücke passieren kann, kann man nach der ersten Überquerung noch ein Stück weiterwandern und anschließend wieder über die Hängebrücke zurück.

Die Hängebrücke ist aber nichts für Menschen mit Höhenangst und ich bin wirklich froh, nicht an einem schönen Sommertag dort gewesen zu sein: die WILDLINE darf von bis zu 300 Personen gleichzeitig betreten werden, doch auch wenn bei meinem Besuch nur maximal 20 andere dort waren, hat die Brücke bei jeder Begegnung ganz schön gewackelt!

Wanderwege

Auf dem Sommerberg gibt es ein großes, gut ausgeschildertes Netz an Spazier- und Wanderwegen. Ein schöner Rundweg für die ganze Familie ist der 3,2 Kilometer lange Märchenweg, der am Aussichtsturm des Baumwipfelpfads startet und endet. An 10 Stationen wird das Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff erzählt, außerdem erfährt man an Infotafeln einiges über lokale Themen wie Flößerei, Glashütten oder Schwarzwälder Spezialitäten.

In der Nähe vom Grillplatz Sommerberg führt eine Abzweigung vom Märchenweg zu Deutschlands erstem „Waldbadezimmer“. Durch eine alte Holztüre gelangt man auf eine kleine Lichtung, auf der man in zwei „Waldbadewannen“ entspannen und die frische Waldluft genießen kann. Mehr Action bietet der Adventure-Bikepark mit verschiedenen Mountainbike-Trails in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen.

Essen & Trinken

Gegenüber vom Bahnhof, im zweiten Stock des Postgebäudes, befindet sich die Kaffee-Manufaktur Bad Wildbad (König-Karl-Straße 102, 75323 Bad Wildbad). Schon wenn man den Aufzug betritt, riecht es ganz wunderbar nach frisch geröstetem Kaffee! Im gemütlich eingerichteten Café der familiengeführten Kaffeerösterei kann man verschiedene Kaffeespezialitäten probieren und sich ein Stück hausgemachten Kuchen schmecken lassen. Sowohl die Kaffeerösterei als auch die Backstube haben eine gläserne Produktion, außer Kaffee und Tee gibt es auch Pralinen und Geschenke zu kaufen.

Wie in vielen Thermen, gibt es auch im Palais Thermal ein Bistro. Doch dieses ist etwas anders, denn es ist in der wunderschönen Maurischen Halle untergebracht. Neben Snacks und Salaten gibt es dort auch ein Tagesgericht und einfache warme Speisen wie Flammkuchen oder Ofenkartoffel.

Tipps & Tricks

Die Tourist-Information Bad Wildbad (König-Karl-Straße 5, 75323 Bad Wildbad) bietet mehrmals pro Monat samstags historische Stadtführungen an, mit der ErlebnisCard für die Region Stuttgart ist die Teilnahme kostenlos. An einigen Terminen gibt es auch spezielle Themenführungen, wie eine kulinarische Stadtführung oder eine Führung durchs Palais Thermal.

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