Stockholm: 20 tolle Tipps für die „Hauptstadt Skandinaviens“
Stockholm ist eine der Städte, in denen ich schon oft war und in die es mich immer wieder zieht. Die Stadt, die sich selbstbewusst die „Hauptstadt Skandinaviens“ nennt, erstreckt sich über 14 Inseln zwischen der Ostsee und dem riesigen See Mälaren. Hier gibt es einfach alles: jahrhundertealte Geschichte, modernes Design, tolle Architektur, unglaublich viel Natur und aufgrund der Lage natürlich sehr viel Wasser, inklusive Badeplätzen und Kanuverleihs mitten in der Stadt! Zusammen mit den Tausenden Inseln des vorgelagerten Schärengartens ist Stockholm ein wahnsinnig vielseitiges Reiseziel und wirklich zu jeder Jahreszeit reizvoll.
Inhaltsverzeichnis
- Anreise nach Stockholm
- Unterkunft
- 1. Zwischen Kopfsteinpflaster und bunten Giebeln: ein Bummel durch Gamla stan
- 2. Kungliga slottet – Amtssitz des schwedischen Königs
- 3. Spaziergang mit Aussicht: der Klippenweg Monteliusvägen
- 4. Södermalm: kreatives Viertel mit historischen Schätzen
- 5. Lebendige Industriegeschichte: Ein Besuch bei K. A. Almgren
- 6. Zeitgenössische Fotografie am Wasser: das Fotografiska
- 7. Strandvägen und Nybrokajen: Stockholms prachtvollste Uferpromenaden
- 8. Hallwylska museet: Einblicke in ein Stadtpalais der Jahrhundertwende
- 9. Ein Spaziergang durch das stilvolle Östermalm
- 10. Östermalms saluhall: ein Paradies für Feinschmecker
- 11. Architekturikone am Wasser: das Stockholmer Stadshuset
- 12. Skansen: das weltweit älteste Freilichtmuseum
- 13. Imposante Architektur und Kulturgeschichte im Nordiska museet
- 14. Prins Eugens Waldemarsudde: Kunst auf Djurgården
- 15. Sven-Harrys Konstmuseum: moderne Kunst in goldener Hülle
- 16. Astrid Lindgrens hem: wo Pippi Langstrumpf das Licht der Welt erblickte
- 17. Drottningholm: UNESCO-Welterbe vor den Toren Stockholm
- 18. Kreativer Rückzugsort: Evert Lundquists Ateljémuseum
- 19. Ulriksdal slott: königliches Lustschloss im Nationalstadsparken
- 20. Skulpturenpark mit Aussicht: Meisterwerke von Carl Milles auf Lidingö
- Essen & Trinken
- Tipps & Tricks
Anreise nach Stockholm
Stockholm ist von vielen deutschen Flughäfen aus direkt zu erreichen. Die meisten Flüge kommen am Flughafen Arlanda an, ungefähr 40 Kilometer nördlich der Stadt. Von dort bestehen verschiedene Möglichkeiten, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum zu gelangen, einen guten Überblick bietet die Website des Flughafens. Am günstigsten ist es mit dem Bus, die Fahrt dauert allerdings etwa 50 Minuten. Etwas schneller geht es mit der S- Bahn, die 38 Minuten unterwegs ist. Am liebsten fahre ich jedoch mit dem Arlanda Express: Der Schnellzug fährt sehr häufig und verbindet den Flughafen mit dem Hauptbahnhof in nur 18 Minuten. Der Zug ist natürlich etwas teurer, da bei den S-Bahnen jedoch zusätzlich zum Fahrpreis noch eine spezielle Flughafensteuer gezahlt werden muss, ist der Preisunterschied gar nicht mehr so groß. Wenn man einige Tage im Voraus bucht, bekommt man beim Arlanda Express außerdem sehr oft einen Sonderpreis. Ein weiterer Vorteil: Wer ein gültiges Ticket für den Arlanda Express hat und mit Lufthansa, Austrian Airlines, SAS oder Norwegian fliegt, kann auf der Rückreise sein Gepäck bereits am Hauptbahnhof Centralen einchecken und spart sich somit Zeit am Flughafen!
Unterkunft
Ich übernachte sehr gerne in Hotels der schwedischen Kette ProfilHotels und habe bereits zwei zentral gelegene in Stockholm getestet:
Das ProfilHotels Central (Vasagatan 38, 111 20 Stockholm) liegt sehr praktisch direkt gegenüber vom Hauptbahnhof „Centralen“ und nur wenige Minuten zu Fuß von den Einkaufsstraßen und der Altstadt Gamla stan entfernt. Das Hotel ist deutlich größer, als es von der Straße aus wirkt und hat einen kleinen Wintergarten und Innenhof mit Sitzgelegenheiten. Die Zimmer sind eher klein, aber sehr schön eingerichtet und perfekt durchdacht – es gibt sogar einen großen Regenschirm und Ohropax, die ich trotz der zentralen Lage jedoch nicht gebraucht habe.
Auch das ProfilHotels Riddargatan (Riddargatan 14, 114 35 Stockholm) liegt sehr gut mitten im schönen Stadtteil Östermalm mit seinen zahlreichen Restaurants und Geschäften. Zu Fuß ist man außerdem in wenigen Minuten am Nybrokajen, wo viele Ausflugsschiffe und die Fähren Richtung Djurgården und Lidingö ablegen. Wie auch im Central, sind die Zimmer eher klein, aber sehr durchdacht eingerichtet.
In beiden Hotels ist das Frühstücksbuffet hervorragend, zum Central gehört außerdem ein recht gutes französisches Bistro.
1. Zwischen Kopfsteinpflaster und bunten Giebeln: ein Bummel durch Gamla stan
Die Stockholmer Altstadt Gamla stan liegt idyllisch auf der Insel Stadsholmen und ist eine der am besten erhaltenen Altstädte Europas. Auch wenn die Stadt bereits im 13. Jahrhundert gegründet wurde, stammen die meisten der gelb, rot und orange angestrichenen Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Herz von Gamla stan ist bis heute der Stortorget im Zentrum der Insel. Mit seinen bunten Kaufmannshäusern ist er einer der schönsten Plätze der Stadt! Das markanteste Gebäude auf dem Platz ist jedoch die ehemalige Börse, die heute die Schwedische Akademie beherbergt – die Institution, die den Literaturnobelpreis vergibt. In den verwinkelten Kopfsteinpflastergassen rund um den Stortorget mit ihren unzähligen gemütlichen Restaurants und Cafés, kleinen Kunsthandwerksläden und charmanten Boutiquen lässt es sich herrlich flanieren, entdecken und verlaufen!


Nur wenige Schritte vom Stortorget entfernt liegt das deutsche Viertel: Die Tyska kyrkan mit ihrem markanten Kirchturm (Svartmangatan 16, 111 29 Stockholm) sowie verschiedene Straßennamen erinnern noch heute an den deutschen Einfluss zur Zeit der Hanse im 14. und 15. Jahrhundert. Die umliegenden Gassen sind teils sehr touristisch, wie beispielsweise die Västerlånggatan, in der es vor kitschigen Souvenirläden nur so wimmelt. Nur ein paar Meter weiter gibt es dann jedoch wieder absolut stille, idyllische Gassen mit wunderschönen Fassaden und teils tollen Ausblicken aufs Wasser! Am besten nimmt man sich also etwas Zeit und lässt sich einfach treiben. Auch ein kurzer Abstecher auf die kleine Nachbarinsel Riddarholmen lohnt sich: Von hier bietet sich ein fantastischer Blick auf das Rathaus und Södermalm. Sehenswert ist auch die Riddarholmskyrkan (Birger Jarls torg 2, 112 28 Stockholm), die königliche Grabkirche.
Um den Touristenmassen zu entgehen, empfiehlt sich für einen ruhigen Bummel durch Gamla stan der frühe Morgen oder der Abend. Die Insel ist zu Fuß leicht von Norrmalm und Södermalm zu erreichen, außerdem gibt es am südwestlichen Rand der Altstadt eine U-Bahnstation (rote und grüne Linien).



2. Kungliga slottet – Amtssitz des schwedischen Königs
Am Nordrand von Gamla stan erhebt sich das Kungliga slottet, das Arbeits- und Empfangsschloss der schwedischen Königsfamilie. Der wuchtige Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, der an der Stelle der abgebrannten mittelalterlichen Burg Tre Kronor errichtet wurde, verfügt über mehr als 600 Zimmer und gilt damit als der größte noch genutzte Palast der Welt. Teils mit einer Führung, teils mit Audioguide können die prächtigen Staatsgemächer, der Festsaal, der Staatssaal und die Ordenssäle besichtigt werden. Da das Schloss noch aktiv genutzt wird, kann es immer wieder zu Schließungen einzelner Räume oder ganzer Bereiche kommen.


Zum Schloss gehören darüber hinaus mehrere Museen: die Schatzkammer mit den königlichen Insignien und dem Tafelsilber, das Museum Tre Kronor zur mittelalterlichen Geschichte und die Rüstkammer mit Kutschen, Waffen und Krönungsgewändern. Neben dem Schloss befindet sich die Storkyrkan, eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Die königliche Hochzeits- und Krönungskirche wurde bereits im 13. Jahrhundert im Stil der Backsteingotik errichtet, im 18. Jahrhundert nach Bau des Barockschlosses jedoch äußerlich an dieses angeglichen.



3. Spaziergang mit Aussicht: der Klippenweg Monteliusvägen
Einen der wohl atemberaubendsten Blicke über ganz Stockholm genießt man vom Monteliusvägen, einem malerischen Fußweg entlang der Klippen am Nordufer des Stadtteils Södermalm. Der rund 500 Meter lange Weg führt bis zu 30 Meter oberhalb des Wassers vorbei an Gärten und historischen Gebäuden und bietet eine fantastische Aussicht auf den See Mälaren, das Rathaus sowie Riddarholmen und Gamla stan. Besonders in den Abendstunden, wenn die untergehende Sonne die gegenüberliegenden Inseln in ein warmes, goldenes Licht taucht, entfaltet dieser Ort eine ganz besondere Magie. Der Weg, an dessen Rand man auch Bänke und Tische für ein Picknick findet, ist sowohl bei Einheimischen als auch bei Reisenden ein beliebter Treffpunkt, um das wunderschöne Panorama der schwedischen Hauptstadt auf sich wirken zu lassen.
Der Monteliusvägen liegt zwischen den U-Bahnstationen Slussen (rote und grüne U-Bahnlinien) und Mariatorget (rote U-Bahnlinien) und kann von dort aus über die Bastugatan und viele Stufen erreicht werden.



4. Södermalm: kreatives Viertel mit historischen Schätzen
Södermalm war früher ein einfacher Arbeiterbezirk, hat sich aber längst zum hippen Kreativ- und Szeneviertel gewandelt. Ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung ist die belebte Fußgängerzone Götgatan, an der sich trendige Boutiquen, Vintage-Shops und Cafés aneinanderreihen. Auf der Höhe des Stadtmuseums lohnt sich ein Abstecher in die Hornsgatan: Die historischen Häuser in dieser hügeligen Straße sind wunderschön und die Dichte an Galerien und Kunsthandwerksläden ist sehr hoch. Noch ein Stückchen weiter Richtung Westen liegt linker Hand der Mariatorget, ein begrünter Platz mit Parkbänken, Springbrunnen und mehreren Restaurants.



Östlich der Götgatan gelangt man zur Barockkirche Katarina kyrka (Högbergsgatan 13A, 116 20 Stockholm), die mit ihrer schönen Kuppel die Skyline von Stockholms Süden prägt. Kaum zu glauben, dass die Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Kirche 1990 nahezu komplett abgebrannt ist und anschließend originalgetreu wieder aufgebaut wurde! Rund um die Kirche zeigt sich auch wieder die Lage Södermalms auf hohen Klippen: Das Katarina-Viertel liegt auf mehreren Ebenen und die nächste Gasse ist manchmal nur über Treppen erreichbar. Hier befindet sich auch die Mäster Mikaels gata, eine der malerischsten Straßen, in der man sich zwischen historischen Holzhäusern eher in einem Dorf wähnt als mitten in der Großstadt.
Södermalm ist am einfachsten über Slussen (rote und grüne U-Bahnlinien sowie zahlreiche Buslinien) zu erreichen.


5. Lebendige Industriegeschichte: Ein Besuch bei K. A. Almgren
Mitten in Södermalm, in einer Parallelstraße der geschäftigen Götgatan, verbirgt sich ein faszinierendes Stück schwedischer Industriegeschichte: die bereits 1833 gegründete Seidenweberei K. A. Almgren (Repslagargatan 15A, 118 46 Stockholm). Seit 1844 ist die Seidenmanufaktur Hoflieferant und nach dem Niedergang der schwedischen Textilindustrie und der Schließung der Fabrik im Jahr 1974, hat 1991 ein Großauftrag des schwedischen Königshauses K. A. Almgren wieder zum Leben erweckt. Seither ist die Seidenweberei das einzige Unternehmen seiner Art in Skandinavien, das noch immer am Originalstandort produziert.
In der Fabrikhalle aus den 1860er Jahren werden an den historischen Jacquard-Webstühlen heute wieder edle Seidenstoffe gefertigt. Die Manufaktur kann werktags am Nachmittag besichtigt werden, außer den Webstühlen und den alten Musterbüchern sind dort auch immer wechselnde Ausstellungen rund um das Thema Textilhandwerk zu sehen. Im Museum im obersten Stockwerk erfährt man außerdem spannende Details über die harte Arbeit der ehemaligen Seidenweberinnen, die sehr persönlich präsentiert werden. Im kleinen Shop gibt es Seidenschals und Tücher zu kaufen, aber auch Tabletts, Untersetzer und Lesezeichen mit den Originalmustern der Seidenmanufaktur. Ein absoluter Geheimtipp für Kultur- und Geschichtsinteressierte!
Vom Drehkreuz „Slussen“ (rote und grüne U-Bahnlinien sowie zahlreiche Buslinien) ist K. A. Almgren zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar.



6. Zeitgenössische Fotografie am Wasser: das Fotografiska
Ein weiteres absolut sehenswertes Museum im Stadtteil Södermalm ist das Fotografiska (Stadsgårdshamnen 22, 116 45 Stockholm), das sich direkt am Nordufer der Insel in einem ehemaligen Zollgebäude aus dem Jahr 1910 befindet. Das Museum ist eines der renommiertesten weltweit für zeitgenössische Fotografie und zeigt auf mehreren Etagen wechselnde Ausstellungen international gefeierter Fotografen sowie aufstrebender Talente.
Das Fotografiska versteht sich nicht nur als Ausstellungsraum, sondern als lebendiger Kulturtreffpunkt mit einer Bar mitten in der Ausstellung. Wo sonst kann man mit einem Drink in der Hand durchs Museum spazieren? Ein großartiger Bonus: Das Museum ist täglich bis spät abends geöffnet und es gibt dort auch ein hervorragendes Restaurant, man kann hier also inklusive Dinner und Cocktail leicht den ganzen Abend verbringen! Von den großen Panoramafenstern hat man außerdem einen fantastischen Blick auf die gegenüberliegende Insel Djurgården und den Schiffsverkehr.
Vom Drehkreuz „Slussen“ (rote und grüne U-Bahnlinien sowie zahlreiche Buslinien) geht man ca. 800 Meter am Ufer entlang bis zum Fotografiska.



7. Strandvägen und Nybrokajen: Stockholms prachtvollste Uferpromenaden
Der Strandvägen gilt völlig zu Recht als eine der elegantesten und luxuriösesten Flaniermeilen Stockholms. Der etwas über einen Kilometer lange Boulevard im Stadtteil Östermalm verläuft direkt am Wasser und ist gesäumt von prächtigen Jugendstilgebäuden aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, wie dem Hotel Esplanade. Entlang des Hafenbeckens reihen sich zudem zahlreiche Ausflugsboote zu den Schäreninseln, Segelschiffe und Yachten aneinander, die der Promenade ein maritimes Flair verleihen. Hier lässt es sich wunderbar spazieren, die Meeresbrise genießen und das grüne Ufer der Insel Djurgården beobachten. An den Strandvägen schließt sich nahtlos der Nybrokajen an, der vom Dramaten, dem Königlichen Theater, auf der Südseite des Hafenbeckens entlangführt und ebenfalls von prachtvollen historischen Gebäuden geschmückt wird.
Die Uferpromenaden sind mit der U-Bahn (blaue Linie bis „Kungsträdgården“ oder rote Linie bis „Östermalmstorg“) sowie mit der Straßenbahn (Linie 7 bis Haltestelle „Nybroplan“) zu erreichen.



8. Hallwylska museet: Einblicke in ein Stadtpalais der Jahrhundertwende
Nur ein paar Meter vom Strandvägen Richtung Zentrum liegt das Hallwylska museet (Hamngatan 4, 111 47 Stockholm) – ein echtes Juwel für alle, die in die Lebenswelt des Hochadels an der Wende zum 20. Jahrhundert eintauchen möchten. Das herrschaftliche Stadtpalais wurde Ende des 19. Jahrhunderts für das wohlhabende Grafenpaar von Hallwyl erbaut und ist bis ins kleinste Detail im Originalzustand erhalten geblieben. Gräfin von Hallwyl sammelte zeitlebens nicht nur Kunst, Porzellan und Antiquitäten, sondern führte auch einen minutiösen Haushalt, weshalb heute selbst Alltagsgegenstände wie Küchenutensilien zu sehen sind. Bei der Besichtigung der prunkvollen Salons, des imposanten Waffensaals und der privaten Wohnräume fühlt man sich sofort in eine längst vergangene Epoche versetzt.
Zwei der fünf Stockwerke können alleine besichtigt werden, die anderen sind nur im Rahmen einer Führung (auf Schwedisch oder Englisch) zugänglich. Das Museum kann sehr gut mit der U-Bahn (blaue Linie bis „Kungsträdgården“ oder rote Linie bis „Östermalmstorg“) sowie mit der Straßenbahn (Linie 7 bis Haltestelle „Nybroplan“) erreicht werden.



9. Ein Spaziergang durch das stilvolle Östermalm
Ein ausgiebiger Bummel durch den eleganten Stadtteil Östermalm gehört für mich zu jedem Stockholm-Besuch dazu. Startpunkt kann der hübsche kleine Berzelii Park am Nybroplan sein. Von dort führt die Biblioteksgatan nach Norden, eine edle Einkaufsstraße, in der sich Geschäfte schwedischer und internationaler Marken aneinanderreihen. Über einen Abstecher in die gläserne Einkaufspassage Sturegallerian (Sturegatan 4, 114 35 Stockholm) geht es weiter zur Königlichen Bibliothek (Humlegårdsgatan 26, 102 41 Stockholm), die idyllisch im von Bäumen gesäumten Park Humlegården liegt. Lässt man den Park hinter sich und schlendert ein kleines Stück weiter nach Nordwesten, gelangt man zur bezaubernden Danderydsgatan. Diese ruhige Straße besticht durch wunderschöne, pastellfarbene Häuser. Ein toller Fotospot und schöner Kontrast zur trubeligen Innenstadt!



10. Östermalms saluhall: ein Paradies für Feinschmecker
Östermalms saluhall (Östermalmstorg, 114 39 Stockholm), die herrliche Markthalle im Zentrum des Stadtteils Östermalm, ist für mich die schönste in Stockholm und sowohl architektonisch als auch kulinarisch ein Highlight. Inspiriert durch ähnliche Hallen in Frankreich, entstand der prächtige Backsteinbau mit seiner komplizierten Gusseisenkonstruktion im Jahr 1888. Erst vor wenigen Jahren wurde die Markthalle umfassend saniert und lädt nun wieder zum Einkaufen und Probieren ein. Hier gibt es mehrere Verkaufsstände mit Fisch und Meeresfrüchten, Wurst- und Fleischspezialitäten, Obst und Gemüse, Gebäck und Pralinen, aber auch verschiedene Restaurants und Cafés (s. Essen & Trinken weiter unten).
Die U-Bahnstation „Östermalmstorg“ (rote Linie) liegt direkt gegenüber.



11. Architekturikone am Wasser: das Stockholmer Stadshuset
Das Stadshuset (Ragnar Östbergs plan 1, 112 20 Stockholm), das Stockholmer Rathaus, ist mit seinem markanten, 106 Meter hohen Turm und den drei goldenen Kronen auf der Spitze eines der unverkennbaren Wahrzeichen der Stadt. Direkt am Ufer der Insel Kungsholmen gelegen, wurde das monumentale Backsteingebäude 1923 nach zwölfjähriger Bauzeit fertiggestellt und gilt als Meisterwerk der schwedischen Nationalromantik. Weltbekannt ist das Rathaus vor allem als Schauplatz des jährlichen Banketts anlässlich der Nobelpreisverleihungen, das in der riesigen Blå Hallen stattfindet. Im Rahmen einer Führung (ganzjährig angeboten) werden neben dem Blauen Saal noch weitere Räume besichtigt, darunter auch der Goldene Saal, der mit seinen Millionen Mosaiksteinchen schlicht sprachlos macht.


Auch der Außenbereich des Rathauses mit seinen schönen Arkaden und der symmetrisch angelegten Stadshusterrassen direkt am Mälaren ist absolut sehenswert. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf Riddarholmen und Södermalm. Auch der Rathausturm kann im Sommer bestiegen werden.
Eintrittskarten sowohl für die Führungen als auch für die Turmbesteigung können eine Woche im Voraus online gebucht werden und sind heiß begehrt. Die Haltestelle „Stadshuset“ der Buslinie 3 ist direkt vor der Tür, das Rathaus ist aber auch leicht zu Fuß vom Hauptbahnhof T-Centralen erreichbar, wo alle U-Bahnlinien halten.



12. Skansen: das weltweit älteste Freilichtmuseum
Nicht weit entfernt vom Stadtzentrum liegt das frühere königliche Jagdgebiet, die Insel Djurgården. Auch heute noch ist die Insel ein riesiges Naherholungsgebiet und Teil des ersten Nationalparks innerhalb einer Großstadt. Auf Djurgården gibt es aber auch eine große Auswahl an verschiedensten Museen, die sich besonders im Westen der Insel aneinanderreihen. Eines davon ist Skansen (Djurgårdsslätten 49-51, 115 21 Stockholm), das älteste Freilichtmuseum der Welt.
Skansen wurde 1891 von Artur Hazelius gegründet, um seinen Landsleuten die Alltagskultur verschiedener Regionen anschaulich zu präsentieren und zugleich das Wissen früherer Generationen über die Industrialisierung hinweg zu bewahren. Auf dem riesigen Gelände kann man Stadthäuser, Werkstätten, Bauernhöfe und Herrenhäuser aus allen Regionen Schwedens besichtigen, die originalgetreu wiederaufgebaut wurden. Insgesamt sind hier über 150 Gebäude aus verschiedenen Landesteilen und sozialen Schichten zu sehen! Historisch gekleidete Mitarbeiter beantworten Fragen und führen traditionelles Handwerk wie Glasbläserei oder Töpferei vor und lassen so die Vergangenheit lebendig werden. In mehreren historischen Geschäften gibt es das hergestellte Kunsthandwerk auch zu kaufen. In Skansen kann man also leicht einen ganzen Tag verbringen!



Darüber hinaus beherbergt das Skansen einen beliebten Zoo mit nordischen Wildtieren wie Elchen, Bären, Wölfen und Luchsen sowie einen Streichelzoo für Kinder. Rund um die Freilichtbühne werden außerdem alle wichtigen Feiertage, vom Mittsommer- bis zum Luciafest, gefeiert. Über das ganze Gelände verteilt gibt es zahlreiche kleine Restaurants, Cafés und Kioske (s. Essen & Trinken weiter unten), aber auch viele sehr schöne Picknickplätze, an denen man sein selbst mitgebrachtes Essen genießen kann.
Vor dem Eingang hält die Straßenbahn (Linie 7, Haltestelle „Skansen“). Schöner ist allerdings die Anfahrt mit dem Pendlerboot nach Allmänna gränd (Pendlerboot 80 ab Nybroplan oder Nacka Strand sowie Pendlerboot 82 ab Slussen).


13. Imposante Architektur und Kulturgeschichte im Nordiska museet
Schon von weitem zieht das Nordiska museet (Djurgårdsvägen 6-16, 115 93 Stockholm) auf der Insel Djurgården alle Blicke auf sich: Das riesige, im Stil der Nationalromantik errichtete Gebäude erinnert eher an ein märchenhaftes Schloss als an ein klassisches Museum. Gegründet wurde das Museum genau wie Skansen von Artur Hazelius und widmet sich ebenfalls der Kulturgeschichte und dem Alltagsleben in Skandinavien vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Trotzdem ist das Nordiska Museet völlig anders als das Freilichtmuseum Skansen!
Die sehr schön gemachte Dauerausstellung beleuchtet Themen wie schwedische Modetrends, traditionelle Trachten aus unterschiedlichen Regionen, Volkskunst, Möbel und Inneneinrichtung, samische Kultur und die Lebensweise in der Arktis. Außerdem gibt es Abteilungen zu schwedischer Esskultur, zu Lebensweisen verschiedener Epochen sowie zu typisch nordischen Festen und Bräuchen. Das Herzstück des Museums bildet die gewaltige, kathedralenartige Haupthalle mit einer riesigen Statue des schwedischen Königs Gustav Vasa, einem Werk von Carl Milles.
Die Straßenbahn (Linie 7, Haltestelle „Nordiska museet / Vasamuseet“) hält direkt vor der Tür.



14. Prins Eugens Waldemarsudde: Kunst auf Djurgården
Am südlichen Zipfel der grünen Insel Djurgården liegt Prins Eugens Waldemarsudde (Prins Eugens väg 6, 115 21 Stockholm), ein wunderschönes Anwesen, das dem selbst malenden Prinzen Eugen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Residenz diente und heute ein beliebtes Kunstmuseum direkt am Wasser ist. In der mediterran anmutenden Villa sind die Wohnräume noch weitgehend so erhalten, wie Prinz Eugen sie hinterlassen hat. In weiteren Räumen der Villa sowie in der angebauten Galerie sind Teile seiner umfassenden Kunstsammlung zu sehen, die größtenteils aus Gemälden besteht, aber auch Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen enthält. Die Villa ist umgeben von einem weitläufigen Skulpturenpark, der frei zugänglich ist und immer wieder einen tollen Blick auf die Stadt und das Wasser bietet.
Von der Innenstadt nimmt man am einfachsten die Straßenbahn (Linie 7) bis zur Haltestelle „Waldemarsudde“.





15. Sven-Harrys Konstmuseum: moderne Kunst in goldener Hülle
Mitten im nördlichen Stadtteil Vasastan fällt Sven-Harrys Konstmuseum (Eastmansvägen 10, 113 61 Stockholm) bereits durch seine ungewöhnliche Architektur auf: Ein moderner, goldschimmernder Kubus ragt am Vasaparken in den Himmel. Das Privatmuseum wurde vom Bauunternehmer und Kunstsammler Sven-Harry Karlsson gegründet und ist auch im Inneren ziemlich ungewöhnlich! In den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss und dem vierten Stock werden wechselnde zeitgenössische Ausstellungen gezeigt, in den Stockwerken dazwischen befinden sich Wohnungen. Wirklich einzigartig ist aber der fünfte Stock: Umgeben von einem Skulpturengarten mit Blick über die Dächer der Stadt wurde hier Sven-Harrys ehemaliges Landhaus „Ekholmsnäs“ auf der Insel Lidingö nachgebildet und beherbergt seine Sammlung. Die Räume wurden mit Möbeln, Teppichen und Kunstwerken so eingerichtet, wie sie der Sammler auch in seinem Landhaus präsentiert hat.
Der Besuch der Sammlung im fünften Stock ist im Museumseintritt inbegriffen, sie kann aber nur mit einer Führung besichtigt werden (dreimal täglich auf Schwedisch, im Sommer teilweise auch auf Englisch). Das Museum ist am einfachsten mit der U-Bahn zu erreichen (grüne Linie bis zur Haltestelle „Odenplan“).



16. Astrid Lindgrens hem: wo Pippi Langstrumpf das Licht der Welt erblickte
Ein absolutes Highlight für mich als Bücherfan war der Besuch des Ortes, an dem Literaturgeschichte geschrieben wurde: die ehemalige Wohnung von Astrid Lindgren (Dalagatan 46, 113 24 Stockholm)! Hier, mit Blick auf den Vasaparken, lebte die weltberühmte Kinderbuchautorin von 1941 bis zu ihrem Tod im Jahr 2002, und genau hier entstanden unvergessliche Klassiker wie „Pippi Langstrumpf“, „Ronja Räubertochter“ oder „Wir Kinder aus Bullerbü“, an denen Lindgren vorzugsweise vormittags auf dem Sofa liegend geschrieben hat, bevor sie nachmittags zur Arbeit bei einem Stockholmer Verlag ging.
Die Wohnung ist bis heute im Originalzustand erhalten und vermittelt einen authentischen Eindruck davon, wie Astrid Lindgren lebte – mit ihrer Schreibmaschine, ihren Büchern, persönlichen Gegenständen und Familienfotos. Hier besucht man kein Museum, man ist Gast bei jemandem zuhause – inklusive Schuhe ausziehen am Eingang! Deshalb können die Räume auch nur in kleinen Gruppen im Rahmen einer Führung besucht werden, und da heißt es schnell sein: Die Karten werden immer am 1. des Monats für den darauffolgenden Monat verkauft, also beispielsweise am 1. Juli für den August. Die meisten Führungen finden auf Schwedisch statt, es gibt jedoch auch wenige Termine mit deutsch- oder englischsprachigen Führungen.
Astrid Lindgrens Hem liegt in der Nähe der U-Bahnstation „Odenplan“ (grüne Linie).
17. Drottningholm: UNESCO-Welterbe vor den Toren Stockholms
Ein sehr schöner Tagesausflug führt auf die etwa 15 Kilometer westlich von Stockholm gelegene Insel Lovön im Mälaren. Hier befindet sich Schloss Drottningholm, das ab 1981 der ständige Wohnsitz der Königsfamilie war und noch immer vom König und der Königin bewohnt wird. Wenn die dreizackige königliche Standarte auf dem Schlossdach gehisst ist, bedeutet das übrigens, dass entweder König Carl XVI. Gustaf oder Königin Silvia aktuell zuhause sind. Das Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert gehört wegen seiner herausragenden Architektur und Gartenkunst zum UNESCO-Welterbe und obwohl das Königspaar dort lebt, kann ein Teil des Gebäudes per Audioguide oder mit einer Führung besichtigt werden.



Neben dem Schloss befindet sich ein absolutes Juwel: das Schlosstheater aus dem 18. Jahrhundert. Das Theater wurde 1766 für Königin Lovisa Ulrika erbaut, war aber nur kurze Zeit in Betrieb und wurde anschließend als Lagerraum verwendet. Erst in den 1920er Jahren wurde es wiederentdeckt, restauriert und mitsamt dem Originalinterieur wieder in Betrieb genommen. Noch heute nutzt das Theater die ungefähr dreißig historischen Bühnenbilder und die Bühnentechnik aus dem 18. Jahrhundert: Kurbeln, Seile und Gegengewichte sorgen für spektakuläre Szenenwechsel, selbst eine Wellen- und Windmaschine gibt es! Das Theater kann im Rahmen einer Führung (auf Schwedisch oder Englisch) besichtigt werden, ein ganz besonderes Erlebnis ist aber der Besuch einer Opernaufführung in diesem einzigartigen Theater.



Direkt hinter dem Schloss beginnt der weitläufige, frei zugängliche Schlosspark mit dem von französischen Gärten inspirierten Barockgarten. In dem symmetrisch angelegten Garten kann man durch Lindenalleen und vorbei an kunstvoll geschnittenen Buchsbaumhecken sowie kleineren und größeren Brunnen spazieren. Nördlich schließt sich ein englischer Landschaftspark mit Teichen, Brücken und großen Rasenflächen an, südlich gelangt man durch einen naturnahen Park zu einem weiteren Highlight, dem chinesischen Schlösschen Kina slott. Das im 18. Jahrhundert erbaute Lustschloss was ein Geburtstagsgeschenk an Königin Lovisa Ulrika von ihrem Mann und ist ganz im Stil der damaligen Faszination für das exotische China gestaltet. Neben chinesisch inspirierten schwedischen Rokokomöbeln findet man dort auch tatsächlich aus China importierte Objekte, in einigen Räumen sind außerdem noch die Originaltapeten aus chinesischer Seide und Papier erhalten.



Schloss Drottningholm und der Schlosspark können das ganze Jahr über besucht werden, das Schlosstheater und Kina slott sind nur in den Sommermonaten geöffnet. Der schnellste Weg nach Drottningholm ist mit der U-Bahn (grüne Linie) bis zur Haltestelle „Brommaplan“ und von dort weiter mit dem Bus. Wesentlich schöner ist die Anreise mit dem Boot über den Mälaren: Im Sommer fahren Ausflugsboote von der Stockholmer Innenstadt direkt zum Schloss, eine ganzjährige Alternative ist die Fahrt mit dem Pendlerboot 89 bis zur Endstation „Tappström“ und von dort weiter mit dem Bus nach Drottningholm.
Ein besonderer Tipp: Meist am ersten Dezemberwochenende findet auf dem Platz zwischen Schloss und Schlosstheater ein sehr beliebter Weihnachtsmarkt statt, bei dem es viele schöne Stände mit Kunsthandwerk und kulinarischen Spezialitäten gibt.
18. Kreativer Rückzugsort: Evert Lundquists Ateljémuseum
Nur einen kurzen Spaziergang vom Kina slott im Schlosspark Drottningholm entfernt liegt ein echter Geheimtipp für Kunstliebhaber: Evert Lundquists Ateljémuseum (Kantongatan 23, 178 93 Drottningholm). Der berühmte schwedische Maler hatte von 1953 bis 1992 sein Atelier im ehemaligen Maschinenhaus des chinesischen Schlösschens, das zuvor dazu gedient hatte, mit einer Dampfmaschine Strom für das Schloss zu erzeugen. Nach dem Tod des Künstlers wurde das Atelier genau so belassen, wie es zu seinen Lebzeiten war: Pinsel, Farbtöpfe, Ölgemälde und Zeichnungen zeugen noch heute von der kreativen Arbeit. Neben Lundquists Werken und Arbeitsmaterialien sind in dem kleinen Museum auch Ölgemälde seiner Frau Ebba Reutercrona ausgestellt.
Das Atelier ist im Sommer sonntagnachmittags geöffnet.



19. Ulriksdal slott: königliches Lustschloss im Nationalstadsparken
Im Norden von Stockholm, in wunderschöner Lage am Ufer des Edsviken-Sees im königlichen Nationalstadtpark, thront das Schloss Ulriksdal (Ulriksdalsvägen, 170 79 Solna). Das Lustschloss wurde im 17. Jahrhundert erbaut und über die Jahrhunderte von verschiedenen Generationen der Königsfamilie bewohnt und umgestaltet, wodurch es eine spannende Mischung aus verschiedenen Stilepochen aufweist.
Bei der sehr interessanten Schlossführung hört man einige nette Anekdoten über den heutigen schwedischen König, der als Kind viel Zeit bei seinem Großvater, König Gustav VI. Adolf, auf Schloss Ulriksdal verbracht hat. König Gustav Adolf war nicht nur der letzte Bewohner des Schlosses, er hat auch besonders viele Spuren dort hinterlassen: Der sehr bodenständige und volksnahe Monarch ließ bereits in den 1920er Jahren statt der üblichen repräsentativen Salons ein ganz normales, gemütliches Wohnzimmer einrichten. Später gab es dort auch einen Fernseher, auf dem sein Enkel mit Nachbarskindern und Schulfreunden Filme schauen durfte.
Schloss Ulriksdal ist von einer weitläufigen, gepflegten Parkanlage umgeben. Hier gibt es auch eine Orangerie, in der eine Ausstellung mit Skulpturen des Schwedischen Nationalmuseums zu sehen ist. Im nördlichen Teil des Parks befindet sich außerdem eine riesige Gärtnerei, in der bereits seit 400 Jahren Pflanzen für das Schloss angebaut werden. Wie häufig in Schweden gibt es hier auch ein hervorragendes Gartencafé (s. Essen & Trinken weiter unten).
Das Schloss und die Orangerie sind in den Sommermonaten, der Park ganzjährig geöffnet. Von der Stockholmer Innenstadt aus erreicht man Ulriksdal entweder mit der U-Bahn (rote U-Bahnlinie 14 bis „Bergshamra“) oder der S-Bahn (Linie 40 oder 41 bis „Ulriksdal“) und anschließend mit der Buslinie 503 bis „Ulriksdal wärdshus“.



20. Skulpturenpark mit Aussicht: Meisterwerke von Carl Milles auf Lidingö
Auf der Insel Lidingö, nordöstlich des Stadtzentrums, liegt Millesgården (Herserudsvägen 32, 181 50 Lidingö), ein spektakuläres Kunstmuseum hoch auf den Klippen. Es war das gemeinsame Zuhause des berühmten schwedischen Bildhauers Carl Milles und seiner Frau, der Malerin Olga Milles. Aber eigentlich ist Millesgården weit mehr als ein Museum – es ist ein Kunstwerk selbst! Die Villa und der Park wurden vom Künstler zusammen mit seinem Halbbruder, dem Architekten Evert Milles, entworfen. Der Garten mit seinem fantastischem Blick auf die Bucht und die Stadt erstreckt sich über mehrere Terrassen und ist voller Skulpturen – monumentale Werke aus Bronze und Stein, die zwischen Bäumen, Springbrunnen und antiken Säulen platziert sind.
Auch die Villa selbst enthält eine Sammlung von Milles‘ Skulpturen und Zeichnungen, außerdem gibt sein Atelier einen Eindruck, wie er arbeitete. Seit 1999 steht auf dem Gelände außerdem noch ein modernes Gebäude mit einer Kunstgalerie, in der wechselnde Sonderausstellungen zu zeitgenössischer Kunst, Mode, Design und Kunsthandwerk gezeigt werden. Für den Besuch von Millesgården sollte man sich auf jeden Fall ein paar Stunden Zeit nehmen. Zwischen den historischen Gebäuden, der Galerie und dem mediterran anmutenden Park gibt es jede Menge zu entdecken!
Das Museum und der Skulpturenpark sind das ganze Jahr über geöffnet. Von der Stockholmer Innenstadt aus erreicht man Millesgården über Ropsten (rote U-Bahnlinie 13 sowie Pendlerboot 80). Von dort fahren die Straßenbahn (bis zur Haltestelle „Baggeby“) und verschiedene Buslinien (bis zur Haltestelle „Torsvikstorg“) über die Brücke nach Lidingö.



Essen & Trinken
Mitten in der prachtvollen Markthalle im Stadtteil Östermalm ist Lisa Elmquist (Östermalms saluhall, Nybrogatan 31, 114 46 Stockholm) seit Generationen eine absolute Institution für alle Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten. Ob man im Restaurant eines der vielen Gerichte mit fangfrischem Lachs genießt oder sich ein feines Krabbenbrötchen auf die Hand holt – hier gibt es eine fantastische Auswahl in höchster Qualität! Reservierung fürs Restaurant empfohlen.
Das Grodan (Grev Turegatan 16, 114 46 Stockholm) ist eine lebendige Brasserie im Herzen von Östermalm, die seit Generationen sowohl Einheimische als auch Gäste anzieht. Inspiriert von der französischen Bistrokultur, serviert man hier in elegantem, aber ungezwungenem Ambiente saisonal wechselnde französische Klassiker und schwedische Spezialitäten. Einen weiteren Standort gibt es im Opernhaus. Reservierung empfohlen.
In den schmalen Gassen von Gamla stan ist das eher unscheinbare Lilla Gästabud (Lilla Nygatan 16, 111 28 Stockholm) ein echter Geheimtipp für Fans der traditionellen schwedischen Hausmannskost. In unglaublich gemütlicher, familiärer Atmosphäre werden hier schwedische Klassiker wie Köttbullar mit Preiselbeeren und cremigem Kartoffelpüree zubereitet. Auf der anderen Seite von Gamla stan, in der Österlånggatan 7, gibt es einen zweiten Standort. Beide nehmen keine Reservierungen an, so dass etwas Wartezeit möglich ist.
Das traditionsreiche Restaurang Kvarnen (Tjärhovsgatan 4, 116 21 Stockholm) in Södermalm besteht bereits seit über 100 Jahren! Unter den hohen, holzgetäfelten Decken mit viel Kunst an den Wänden trifft sich eine bunte Mischung aus Einheimischen und Besuchern, um in uriger Atmosphäre schwedische Spezialitäten wie eingelegten Hering oder die fantastischen Köttbullar zu genießen. Obwohl das Restaurant sehr groß ist, ist das Essen dort wirklich hervorragend.
Seit 1928 steht das Vete Katten (Kungsgatan 55, 111 22 Stockholm) für die hohe Kunst der schwedischen Konditoreitradition und entführt seine Gäste in eine nostalgische Welt. In den verwinkelten, gemütlichen Räumen lässt sich bei exzellentem Kaffee sowie schwedischen Backwaren und Torten wunderbar dem Trubel der Großstadt entfliehen. Heute gibt es mehrere Standorte über die Stadt verteilt.
Idyllisch inmitten der Gewächshäuser bei Rosendals slott auf der Insel Djurgården gelegen, ist das Rosendals Trädgårdskafé (Rosendalsterrassen 12, 115 21 Stockholm) ein sehr beliebter Treffpunkt. In herrlich entspannter Atmosphäre gibt es hier verschiedene Backwaren und kleine Gerichte, die man je nach Wetterlage draußen oder im Wintergarten genießen kann. In den Verkaufsräumen der angeschlossenen Gärtnerei gibt es außerdem allerhand Schönes zu entdecken!
Eigentlich bin ich kein Fan von größeren Ketten, aber die Steinofenbäckerei Fabrique finde ich wirklich gut! Trotz der Größe wird das Sauerteigbrot hier immer noch von Hand mit ausschließlich frischen, natürlichen Zutaten hergestellt. Das Beste sind aber die Kardemummabullar, die typisch schwedischen Kardamomknoten: für mich die besten in ganz Stockholm! Inzwischen hat Fabrique mehrere Standorte über die Stadt verteilt und sogar Filialen in London und New York.
Für eine Fika-Pause auf dem Gelände des Freilichtmuseums Skansen bietet sich das Café Petissan (Djurgårdsslätten 49, 115 21 Stockholm) an: Wie das gesamte Museum versprüht es den Charme des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Bei schönem Wetter sitzt man herrlich draußen im Innenhof, um Kaffee und schwedisches Gebäck zu genießen.
Angeschlossen an die Gärtnerei im Park von Schloss Ulriksdal, liegt das wunderschöne Gartencafé Ulriksdal Trädgårdscafé (Slottsträdgårdsvägen 8, 170 79 Solna) inmitten von Blumen und Pflanzen. Hier kann man eine Kleinigkeit zu Mittag essen oder sich durch das große Kuchenbuffet probieren, während man das entspannte Ambiente auf sich wirken lässt.



Tipps & Tricks
Auf der Website von Visit Stockholm bekommt man einen tollen Überblick zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Shopping etc. in der Stadt und dem Schärengarten. Auch viele praktische Informationen sind hier zu finden.
Die in Stockholm lebende niederländische Fotografin Manon Galama bietet einen sehr umfangreichen Reiseführer auf Google Maps an, der neben Tipps zu Restaurants, Museen und Fotospots in der Stadt auch jede Menge Ideen für Ausflüge in den Schärengarten bereitstellt. Absolut zu empfehlen!
Die öffentlichen Verkehrsmittel in Stockholm sind wirklich hervorragend! Neben Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen und S-Bahnen gehören auch die Pendlerboote zum öffentlichen Verkehrsnetz und sind eine preisgünstige Alternative zu den Ausflugsschiffen. Einzelfahrten können ganz einfach beim Einsteigen mit Kreditkarte bezahlt werden, für Mehrtageskarten nutzt man die App oder eine wiederaufladbare Karte der Nahverkehrsgesellschaft SL. Im Sommer 2026 gab es auch eine stark vergünstigte Monatskarte zu kaufen, die sich bereits ab wenigen Fahrten gelohnt hat. Die Website der Nahverkehrsgesellschaft SL finde ich persönlich nicht sehr übersichtlich, es gibt aber auch viele Informationen auf der Seite des Tourismusbüros.
Eine wirkliche Besonderheit in Stockholm sind die U-Bahnstationen: Im Großteil der Stationen ist Kunst in irgendeiner Form zu sehen, manche Haltestellen sind sogar ein Gesamtkunstwerk, darunter die besonders schönen Stopps „T-Centralen“ und „Rådhuset“ (beide an der blauen Linie). Nicht nur an Regentagen lohnt es sich also, auf unterirdische Entdeckungsreise zu gehen!


