
Stuttgart Insidertipps: 10 tolle Ziele in der Stadt
Stuttgart gilt als „Wiege des Automobils“ und ist auch heute noch hauptsächlich als Autostadt bekannt. Auch wenn das Mercedes-Benz-Museum und das Porsche-Museum wirklich sehenswert sind, gibt es in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs noch viel mehr zu entdecken: von schöner Natur über besondere Museen bis zu interessanter Architektur ist hier sicher für jeden etwas dabei.
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- Turm der Stiftskirche
- Paternoster im Rathaus und im Literaturhaus
- Städtisches Lapidarium
- Fahrt mit der Seilbahn und der Zahnradbahn
- Stadtbibliothek am Mailänder Platz
- Chinesischer Garten
- Theodor-Heuss-Haus
- Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier
- Weinbaumuseum Uhlbach
- Grabkapelle auf dem Württemberg
- Essen & Trinken
- Tipps & Tricks
Turm der Stiftskirche
Die Stiftskirche (Stiftstraße 12, 70173 Stuttgart) in der Stuttgarter Innenstadt zwischen Marktplatz, Königstraße und Altem Schloss ist die älteste und größte Kirche der Stadt. Bereits im 10. oder 11. Jahrhundert wurde der Grundstein der damals einfachen Dorfkirche gelegt und über die Jahrhunderte wurde sie immer weiter zu einer herrschaftlichen, dreischiffigen Kirche ausgebaut. Von außen kennt wahrscheinlich jeder Stuttgart-Besucher das markante Wahrzeichen mit den beiden unterschiedlichen Türmen, dem viereckigen Südturm mit Spitzdach und dem achteckigen Westturm mit flachem Dach. Dass man aber den Westturm der Stiftskirche an einigen Tagen im Jahr auch besteigen kann, wissen nur die wenigsten! Über zum Teil recht steile Treppen gelangt man an den Glocken vorbei nach oben und wird schließlich mit einer fantastischen Aussicht über die Stadt belohnt. Die Termine der Turmöffnung werden auf der Website der Kirchengemeinde veröffentlicht.





Paternoster im Rathaus und im Literaturhaus
In Deutschland gibt es nur noch wenige öffentlich zugängliche Paternosteraufzüge, aber gleich drei davon befinden sich im Stuttgarter Rathaus (Marktplatz 1, 70173 Stuttgart). Im Foyer, im Altbau und im Marktplatzflügel haben auch Besucher während der Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 8-18 Uhr) die Möglichkeit, in einer der besonderen Kabinen mitzufahren. Auch wenn das Ein- und Aussteigen am Anfang etwas Überwindung kostet: die Fahrt in den nostalgischen Aufzügen ist ein besonderes Erlebnis!
Ein weiterer Paternosteraufzug befindet sich im Literaturhaus (Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart) im Bosch-Areal, der jedoch nicht immer zugänglich ist. In dem denkmalgeschützten Haus finden auch regelmäßig Lesungen und Ausstellung statt, außerdem gibt es dort eine tolle kleine Buchhandlung.
Städtisches Lapidarium
Unterhalb der Karlshöhe in Stuttgart-Süd liegt in einer Villengegend das Städtische Lapidarium (Mörikestraße 24/1, 70178 Stuttgart), eine Mischung aus kleinem Park und verwunschenem Freilichtmuseum. Der Park wurde 1905 von Karl von Ostertag-Siegle als privater Villengarten nach dem Vorbild eines italienischen Renaissancegartens angelegt, um dort seine Sammlung an Fragmenten römischer Antiken unterzubringen.
Seit 1950 gehört die Anlage der Stadt Stuttgart, die hier das Städtische Lapidarium einrichtete. Außer der Wandelhalle mit der Antikensammlung von Karl von Ostertag-Siegle sind dort heute mehr als 200 Statuen, Kunstwerke und historisch bedeutsame Überreste von im Krieg zerstörten Gebäuden zu sehen. Unter anderem mit dem Portal eines der ältesten Häuser Stuttgarts und der Fassade des Wohnhauses von Hofbaumeister Heinrich Schickardt bekommt man einen Einblick in 500 Jahre Stadtgeschichte.
Das Lapidarium ist vom Marienplatz oder Feuersee entweder mit dem Bus (Linie 41 oder 43) oder zu Fuß (teils bergauf) erreichbar und hat im Sommer am Wochenende geöffnet, oft finden dort auch Lesungen oder Theateraufführungen statt. Nach dem Besuch kann man unterhalb des Lapidariums in der Tübinger Straße oder am Marienplatz einkehren, dort gibt es eine Vielzahl an Restaurants und Cafés (s. Essen & Trinken).



Fahrt mit der Seilbahn und der Zahnradbahn
Um die zum Teil extremen Steigungen in Stuttgart zu überwinden, gibt es in der Stadt zwei besondere Verkehrsmittel: die moderne Zahnradbahn und die historische Seilbahn. Die Zahnradbahn verbindet den Marienplatz in Stuttgart-Süd mit dem mehr als 200 Meter höher gelegenen Stadtteil Degerloch und überwindet dabei eine Steigung von bis zu 17,8 Prozent. Auf der Fahrt hat man immer wieder eine wunderbare Aussicht auf die Stadt. Eine weitere Besonderheit: in einem speziellen Anhänger kann man sogar sein Fahrrad mitnehmen!



Die denkmalgeschützte Seilbahn aus dem Jahr 1929 führt vom Südheimer Platz im Stadtteil Heslach bis zum Degerlocher Waldfriedhof und hat deshalb schon früh den Spitznamen „Erbschleicherexpress“ bekommen. Die beiden historischen Teakholz-Wagen sind über ein Stahlseil miteinander verbunden und bewegen sich seit ihrer Inbetriebnahme vor fast hundert Jahren per Knopfdruck die bis zu 28 Prozent Steigung hinauf und hinunter. Oben angekommen, lohnt sich ein Spaziergang über den Waldfriedhof, auf dem zahlreiche prominente Stuttgarter begraben sind, wie beispielsweise der erste Bundespräsident Theodor Heuss oder der Unternehmer Robert Bosch.
Sowohl die Zahnradbahn als auch die Seilbahn sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs und können mit den Fahrkarten des VVS benutzt werden. Die beiden Fahrten lassen sich auch gut mit einem Spaziergang vom Waldfriedhof nach Degerloch verbinden.


Stadtbibliothek am Mailänder Platz
Die 2011 eröffnete Stadtbibliothek (Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart) im Europaviertel in der Nähe des Hauptbahnhofs ist ein absolutes Architektur-Highlight in Stuttgart. Der vom koreanischen Architekten Eun Young Yi entworfene Würfel aus grauem Beton und Glas wirkt tagsüber von außen eher unscheinbar, nachts leuchtet das Gebäude jedoch in einem kräftigen Blau. Auch das Foyer, ein hoher, leerer Raum, wirkt eher steril. Wenn man dann aber mit dem Aufzug in den achten Stock fährt, ist von dort die Aussicht in die offene, komplett in Weiß gehaltene Bibliothek absolut überwältigend. Durch das weiße Interieur kommen die vielen bunten Buchrücken perfekt zur Geltung. Auf sämtlichen Etagen findet man gemütliche Leseecken, außerdem gibt es eine ganze Etage mit Kinder- und Jugendbüchern, eine Musikbibliothek sowie eine Dauerausstellung zu Autoren und Preisträgern aus der Region Stuttgart.
Im Café Lesbar im obersten Stockwerk kann man sich zwischendrin stärken (s. Essen & Trinken). Im Sommer lohnt sich auf jeden Fall auch ein Besuch der Dachterrasse, von der man einen fantastischen Blick über die Stadt hat. Die Stadtbibliothek ist leicht mit verschiedenen Stadtbahnlinien erreichbar (U5 / U6 / U7 / U15 bis Stadtbibliothek oder U12 bis Budapester Platz).



Chinesischer Garten
Nur wenige Minuten entfernt vom Hauptbahnhof liegt in Halbhöhenlage Richtung Killesberg der Chinesische Garten (Birkenwaldstraße 65, 70174 Stuttgart, erreichbar mit Buslinie 44 oder zu Fuß bergauf vom Hauptbahnhof). Ursprünglich wurde der Garten für die Internationale Gartenbauausstellung 1993 im Rosensteinpark angelegt, aufgrund seiner Beliebtheit wurde er jedoch nach Ende der Ausstellung an der heutigen Stelle wieder aufgebaut. Der „Garten der schönen Melodie“ ist angelegt wie ein klassischer chinesischer Garten: man findet dort aufgetürmte Steine, einen Teich und Gartenpflanzen, die das Gebirge, Meer und die natürliche Vegetation symbolisieren. In der Mitte der Anlage steht der „Pavillon der vier Himmelsrichtungen“, in dem sich Menschen von überall her begegnen sollen. Der Chinesische Garten wird vom Verschönerungsverein Stuttgart e.V. betrieben und ist ein wunderbarer Ort mit toller Aussicht über Stuttgart.



Theodor-Heuss-Haus
Im letzten Wohnhaus des ersten Bundespräsidenten auf dem Killesberg in Stuttgart-Nord (Feuerbacher Weg 46, 70192 Stuttgart) ist heute ein sehr sehenswertes Museum untergebracht. Im Erdgeschoss des am Hang liegenden Gebäudes kann man drei original eingerichtete Wohnräume besichtigen, die so wirken, als hätte Theodor Heuss sein Haus nur kurz verlassen. Man bekommt hier einen sehr authentischen Eindruck, wie Heuss Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre gelebt hat.
Das Gartengeschoss des Theodor-Heuss-Hauses beherbergt die Dauerausstellung „Demokratie als Lebensform“, eine biografische Ausstellung über Theodor Heuss und seine Frau Elly Heuss-Knapp, die mit 650 Objekten und über 40 interaktiven Stationen das Leben und Wirken des Paares erzählt. Eine weitere Dauerausstellung, „Nummer 1 — das Staatsoberhaupt“, beschäftigt sich mit dem Amt und der Funktion des Bundespräsidenten, außerdem gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.
Das Theodor-Heuss-Haus erreicht man am besten mit der Stadtbahn U5 oder Buslinie 44 vom Hauptbahnhof. Von der Endhaltestelle Killesberg sind es ungefähr 10 Minuten zu Fuß bis zum Museum (ausgeschildert).



Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier
Ebenfalls auf dem Killesberg liegt das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier (Rathenaustraße 1, 70191 Stuttgart), ein Museum für Architekturgeschichte und seit 2016 UNESCO-Welterbe. Auch wenn das Doppelhaus auf den ersten Blick sehr modern wirkt, wurde es bereits 1927 von den beiden Architekten Le Corbusier und Pierre Jeanneret für die Werkbundausstellung erbaut.
Beide Doppelhaushälften sind Teil des Museums und haben unterschiedliche Schwerpunkte: die linke Haushälfte widmet sich der Geschichte der Weissenhofsiedlung, in der rechten Haushälfte kann man Le Corbusiers Idee eines „transformablen Hauses“ erleben. Die Wohnräume können je nach Tageszeit und Bedarf einfach umgewandelt werden und sind wie 1927 vom Architekten vorgesehen eingerichtet. Eine sehr beeindruckende Ausstellung!
Der Eintritt ins Weissenhofmuseum ist in der ErlebnisCard für die Region Stuttgart (s. Tipps & Tricks) enthalten. Vom Hauptbahnhof erreicht man das Museum mit der Stadtbahn U5 bis Killesberg oder mit Buslinie 44 bis Kunstakademie. In der Weissenhofsiedlung sind noch weitere Häuser der Bauausstellung von 1927 erhalten, die jedoch nicht besichtigt werden können.



Weinbaumuseum Uhlbach
Der Stuttgarter Stadtteil Uhlbach ist ein idyllischer Weinbauort mit schönen Fachwerkhäusern und umgeben von Weinbergen. In der historischen Alten Kelter, einem imposanten Fachwerkgebäude, ist heute das Weinbaumuseum (Uhlbacher Platz 4, 70329 Stuttgart, erreichbar mit Buslinie 62 vom S-Bahnhof Obertürkheim) untergebracht. Dort erfährt man einiges über die mehr als 2000-jährige Geschichte des Weinbaus und die Besonderheiten der Arbeit in den Steillagen rund um Stuttgart. Der Eintritt ins Weinbaumuseum ist in der ErlebnisCard für die Region Stuttgart (s. Tipps & Tricks) enthalten. Dem Museum angegliedert ist auch eine Vinothek (s. Essen & Trinken).



Grabkapelle auf dem Württemberg
In Stuttgart-Rotenberg, mitten in den Weinbergen hoch über dem Neckartal, steht die Grabkapelle auf dem Württemberg (Württembergstraße 340, 70327 Stuttgart). Für das Mausoleum, das König Wilhelm I. für seine jung verstorbene Frau, Königin Katharina, errichten ließ, wurde sogar die Stammburg der Württemberger abgetragen. Die Kapelle wurde zwischen 1820 und 1824 im klassizistischen Stil erbaut und war anfangs ein russisch-orthodoxes Gotteshaus. Über dem Haupteingang zur Kapelle ist die Inschrift „Die Liebe höret nimmer auf“ angebracht, im Kapellenraum mit der schön verzierten Kuppel sind Marmorstatuen der vier Evangelisten zu sehen. In der Gruft befinden sich die Sakrophage von Königin Katharina, König Wilhelm I., sowie ihrer Tochter.
Die Grabkapelle kann mit Audioguide besichtigt werden, der Eintritt ist in der ErlebnisCard für die Region Stuttgart (s. Tipps & Tricks) enthalten. Auch ohne Besichtigung der Grabkapelle lohnt sich ein Abstecher auf den Württemberg wegen der tollen Aussicht über Stuttgart, das Neckartal und die vielen Weinberge. Parken ist in Stuttgart-Rotenberg sehr schwierig, der Stadtteil ist aber mit der Buslinie 61 vom S-Bahnhof Untertürkheim erreichbar. Alternativ bietet sich auch ein Spaziergang durch die Weinberge von Untertürkheim oder Uhlbach zur Grabkapelle an. Für eine kleine Pause ist das Bistro 1819 (s. Essen & Trinken) im Psalmistenhaus unterhalb der Grabkapelle sehr zu empfehlen.



Essen & Trinken
Rund um den Marienplatz in Stuttgart-Süd:
Sitt Wein (Tübinger Str. 91, 70178 Stuttgart) ist keine typische Weinbar, sondern die erste „Self-Exploring Wine Experience“ Deutschlands. Hier gibt es mehr als 100 Weine aus aller Welt zu probieren, die man sich selbst per Knopfdruck aus den Dispensern lässt. Dabei hat man die Wahl, ob man nur einen Probierschluck, ein kleines oder ein großes Glas nimmt. Um bei der großen Auswahl die Entscheidung etwas zu erleichtern, gibt es zu jedem Wein einen Steckbrief.
In einem Eckhaus am Marienplatz liegt das Restaurant Noir Cuisine (Tübinger Str. 92, 70178 Stuttgart) mit sehr leckerer vietnamesischer Küche. Achtung: nur Barzahlung möglich!
Direkt am Marienplatz ist eine der beliebtesten Eisdielen in Stuttgart: die Gelateria Kaiserbau (Marienplatz 14, 70178 Stuttgart). Auch wenn die Schlange meist sehr lang ist, es lohnt sich! Die Auswahl an zum Teil auch ungewöhnlichen hausgemachten Sorten ist wirklich gut.
Die Pizzeria L.A. Signorina (Marienplatz 12, 70178 Stuttgart) liegt ebenfalls direkt am Marienplatz und bietet eine saisonal wechselnde Karte mit Pizza-Klassikern und ausgefalleneren Variationen.
Nicht weit vom Marienplatz ist in einer der schönsten Straßen in Stuttgart-Süd das Café LIST (Liststraße 25, 70180 Stuttgart) zu finden. Neben einer großen Frühstücksauswahl und hausgemachten Kuchen gibt es auch eine Mittagskarte.
Im Europa-Viertel:
Im Café Lesbar (Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart) im 8. Stock der Stadtbibliothek am Mailänder Platz gibt es Frühstück, leckere Kuchen sowie eine kleine Mittagskarte. Vom Café hat man eine wunderbare Aussicht in die Galerie der Stadtbibliothek und direkten Zugang zur Dachterrasse.
In den Weinbaugebieten Uhlbach und Rotenberg:
Die Vinothek im Weinbaumuseum in der Alten Kelter in Uhlbach (Uhlbacher Platz 4, 70329 Stuttgart) bietet eine monatlich wechselnde Weinauswahl mit Weinen von mehr als 20 Weingütern aus Stuttgart und Umgebung. Außerdem finden dort regelmäßig auch Weinproben statt.
Das Bistro 1819 am Wirtemberg liegt wunderschön am Rand der Weinberge unterhalb der Grabkapelle. Auf der Karte stehen hauptsächlich regionale Kleinigkeiten sowie Weine aus Rotenberg und Umgebung. Sitzplätze gibt es nur im Außenbereich.
Tipps & Tricks
Der Eintritt in einige der oben beschriebenen Museen ist in der ErlebnisCard für die Region Stuttgart enthalten. Mit der Karte können viele Museen, Schlösser und Thermen in der Region besucht werden. Sie kostet 69 Euro und gilt das gesamte Kalenderjahr.
4 Gedanken zu „Stuttgart Insidertipps: 10 tolle Ziele in der Stadt“
Liebe Katrin,
Deine Tipps waren die perfekte Grundlage für ein Treffen und Wiedersehen mit einer langjährigen Freundin. Wir hatten ein wunderbares Stuttgart Wochenende und haben Dank Deiner Essen & Trinken Empfehlungen sehr gut – aber viel zu viel – gegessen!
Mach weiter so und viel Freude auf Deinen nächsten Reisen…
Jutta
Vielen Dank, Jutta! Das freut mich!
Tolle Auswahl, liebe Katrin! Ich dachte, ich kenne Stuttgart ziemlich gut, von einigen der Ziele wusste ich aber nich. Richtige Insider Tipps! 👍
Vielen Dank, das freut mich sehr!